ENDE

Posted on August 10, 2008

So, liebe Leute. Das wars mit LAPIDARIUM. Entgültig! Das Projekt hat sich in der Praxis nicht wirklich bewährt. Die vielen kleinen Fetzen, die hier stehen sollte, machten keinen guten Eindruck. Ich verschiebe diese Sachen lieber auf ein Blatt Papier (ich bin großer Fan vom “Journal Writing” geworden). Aber habet keine Angst! Ich Blogge weiter! Aber nicht hier.

Ein weiteres unerträgliches Problem war hier die Werbung. Die lästigen POP-UPS etc. Einige haben sich tatsächlich per Mail beschwert. Und die Domain war ja auch von vorgestern. Also, alles wieder auf Anfang. Wer will kann mir folgen. Wir sehen uns dann:

http://www.lichtschatten.tk

Mehr Infos gibt es dann dort. Der Umzug ist verbindlich und wird nicht rückgängig gemacht. Ich werde diese Seite noch ein zwei Wochen auf “funpic” lassen, dann kommt sie runter. Wenn ich deshalb nicht mehr sehen werde - tschüss!

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Sommerpause

Posted on Juli 18, 2008

Hässliches Wort nicht wahr? Sommerpause, Sommerloch … Naja das Lapidarium schließt sich erstmal für ca. 2 Wochen. Ich brauche unbedingt Ferien, Urlaub, frei … RTL zeigt gerade die 90er-Show. Wenn dies nicht der beste Grund ist das Land zu verlassen … Naja besser als RTLII mit den “2000er - Die Popyears” … Die wollen einem ja wirklich weiß machen, dass der IPod im Jahr 2001 das Licht der Welt erblickte … So viel zum Thema Rechrche … Son mal was von Wikipedia gehört …

so das muss reichen. Ich bin dann mal weg.

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Traum und Trauma - Post-68er im heutigen Film

Posted on Juli 16, 2008

fette jahre



Ich lüfte jetzt ein Geheimnis. Ich habe den Film “Die fetten Jahre sind vorbei” letzten Montag zum aller ersten Mal gesehen. Mies für einen Filmkritiker, oder? Es war jedenfalls keine wirklich angenehme Filmzeit. Ich war jedenfalls richtig verärgert. Während die Bilder mich um Mitternacht so quälten (solche Filme laufen ja immer erst nach 23 Uhr), kamen mir die Bilder von der Welturaufführung des Films beim Filmfestival in Cannes wieder in den Sinn. Es war der erste deutschsprachige Film seit langer Zeit im Wettbewerb des renommierten FEstivals, demnach war das mediale Interesse riesengroß. Außerdem kollidierte dieses Interesse mit einem (mir bis heute nicht verständlichen) Hype um den Jungdarsteller Daniel Brühl.

Ob der Film nun ein deutscher Film ist, weil er in Deutschland spielt, deutsche Probleme verhandelt und mit deutschen Darstellern bestückt ist, oder doch ein österreichischer, da die Produktionsfirma in Wien ihren Sitz hat und Hans Weingärtner auch Österreicher ist, mag ich nicht entscheiden. Doch der Tenor der Jorunalisten war damals einhellig. Ein junger, frecher und flotter Film, wie es ihn schon lange nicht mehr gab. Der letzte Zusatz mochte ja noch stimmen, aber alles andere ist verblendeter Quatsch.

Der Film zeigt drei junge deutsche Idealisten und Aktivisten, die in Berlin in Wohnungen von reichen bürgerlichen Familien einbrechen, das Mobiliar verwüsten und Zettel mit Nachrichten wie “Die fetten Jahre sind vorbei” hinterlassen. Irgendwann überrascht sie ein Eigentümer. Die drei Kidnappen den Bontzen und flüchten mit ihm auf eine Alm, wo nach ausgiebigen Brotzeiten mit Haselnussaufstrich und abendlichen Lagerfeuern, die verschiedenen Weltansichten diskutiert werden. Gähn. Eigentlich treffen da ja gar nicht unterschiedliche Welten aufeinander, es treffen vielmehr verschiednene Generationen aufeinander. Wenn die jungen Idealisten von der Ausbeutung der dritten Welt reden und vor dem Schandfleck des Kapitalismus warnen, sind das für ihr Entführungsopfer Hardenberg (richtig gut und einziger Lichtblick: Burghart Klaußner) kein wesensfremdes Vokabular. Er selber war ja auch mal jung und ein Idealist. Fokussiert wurde das ganze durch die 68-Bewegung, die er nach eigenen Angaben hautnah miterlebte. Klar, was denn sonst!
“Ich war auch in der SDS, sogar im Vorstand. Rudi Dutschke war ein persönlicher Freund von mir.” Obwohl es kurz nach Mitternacht war, konnte ich mir ein eintöniges Lachen nicht verkneifen. Der Gag liegt ja am Zusatz: “… im Vorstand.”

Die Eindimensionalität mit der Weingärtner seine Figuren zeichnet erreicht hier ihren absurden Höhepunkt und erschöpft sich völlig in dem Gegenüberstellen des aktiven linken Jugendidealismus und dem pragmatischen Einlenken eines alten Knackers, der es auf seine alten Tage nicht mehr so wild treiben wollte. Und wer es immer noch nicht begriffen hat, der Film kreist einzig und allein um die simple und in meinen Augen ziemlich dümmliche Message: “Wer unter dreißig ist und nicht links, der hat kein Herz”. So entstehen aber keine Spannungsfelder mehr. Die Seiten sind von vornherein klar. Der übergelaufene Verräter, der sich und alle anderen Kämpfer gegen die globale kapitalistische Ausbeutung verraten hat, sieht sich mit den neuen Idealen und Weltsichten (die im Grunde immer noch die gleichen sind) konfrontiert.

“Irgendwann ertappst du dich dabei, dass du in der Wahlkabine stehst und die CDU wählst.” Ein weiterer dämlicher Satz, der die eingeschränkte Ideologie des Drehbuches offenbart. Doch auch das mag ja noch in einer gewissen Weise unterhalten. Das größte Problem des Films sind jedoch seine Bilder. Weingärtner nimmt sich nicht zurück. Er scheint der vierte Idealist neben Daniel Brühl, Julia Jentsch und Stipe Erceg zu sein. Wir beobachten die Protagonisten nicht. Die Bilder sind nicht distanziert. Sie spiegeln immer die linke Weltsicht der Hauptdarsteller wieder. Die fehlende Distanz verhindert, dass wir in “Die fetten Jahre sind vorbei” die Macht und Ohnmacht einer idealisierten Jugend bewundern können. Weingärtner vertritt voll und ganz die Ansichten seiner Helden. Einen anderen Eindruck kann man nicht bekommen, wenn man den Film bis zum Ende sieht. Doch selbst das wäre vielleicht noch verzeihbar, wenn der Regisseur seine eigenen Ansichten nicht so penetrant in den Vordergrund stellen würde. Film ist Kommunikation, ist Vermittlung und auch Meinungsäußerung. Aber Film ist keine Demonstration. Die Flüstertüte hat hier eigentlich nichts zu suchen.

Es ist ein kratzen an der Oberfläche geworden. Das Gefühl am Ende, wenn der Abspann läuft ist dumpf und gleichgültig. Es ist so, wie wenn man die 68er Debatte in den Medien verfolgt. Menschen die einer Zeit hinterhertrauern, die vorbei ist. Menschen, die sich nach der eigenen Wichtigkeit zurücksehen. Menschen, die unbedingt in einem positiven Licht der Geschichte stehen und so der Nachwelt im Gedächtnis bleiben wollen. Es ist, wenn wir so wollen, der so gewöhnliche Schrei nach Aufmerksamkeit, den sie alle von sich geben. Das ist verständlich, weil nahezu eine Normalität, aber ich bezweifel stark, dass sie den heiß ersehnten postumen Ruhm von der heutigen Nachwuchsgeneration erwarten können. Was, so glaube ich, bald passieren wird ist folgendes: Den 68ern wird ihr Platz in der Geschichte zugewiesen. Und es wird kein großer oder besonders ruhmvoller sein. Ihnen kann die Wichtigkeit nicht abgesprochen werden. Doch ihre Rolle wird in einem transnationlen Zusammenhang marginalisiert erscheinen und in den Schatten eines größeren Ganzen treten. Was sicherlich nicht den Idealismus der heutigen Jugend schwächen wird. Es wird aber ein etwas anderer sein (radikale Tendenzen mal ausgeschlossen). Keiner der den Spiegel der Vergangenheit als Leitfaden für den eigenen Aktionsradius braucht, so wie es Hans Weingärtners Film propagiert.
Bildquelle: filmportal.de

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